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I don’t love anyone
You’re not listening
You’re playing with something
You’re playing with yourself

(Belle and Sebastian)

Non, je ne regrette rien

In der Nacht, in der mir die Gedanken über den Kopf wuchsen, habe ich mich auf den Balkon gesetzt und eine Flasche Wein getrunken. Zum ersten Mal seit Monaten habe ich in den alten CDs gestöbert und mich gefragt, ob ich deswegen so anders geworden bin, deshalb, weil ich kaum noch zu meinen verstaubten Schallplatten im Regal greife und all die kleinen Dinge, die früher fast schon ein Ritual waren, nicht mehr mache.
Ich denke oft über mich nach, meistens jedoch über die Dinge, die andere tun. Und wenn es so ist, dann muss ich mich ziemlich allein fühlen.

Es ist komisch, aber in letzter Zeit tust du so, als hätte es mich nie gegeben. Man könnte meinen, dass wir uns trotz der ganzen Jahre niemals gekannt hätten und so langsam beginne ich zu glauben, dass es wahr ist. Wenn überhaupt nichts übrig bleibt von der Zeit, dann frage ich mich, ob es all das überhaupt wert war und welches Spiel wir da gespielt haben. Manchmal ist man zu zweit einfach weniger allein, auch wenn wir immer ein unterschiedliches Verständnis von Zweisamkeit hatten.
Das war schon immer so: Ein Jahr Warten bedeutet für mich eine Ewigkeit, bei dir sind es nur fünf Minuten. Zu zweit über eine Straße laufen bedeutet für mich zu zweit auf der Welt sein. Bei dir heißt es, drei Schritte vor dem anderen herlaufen, als wolltest du wegrennen.
Dass das nicht gut gehen konnte, war absehbar und trotzdem gab es da noch diese anderen Momente, in denen wir gemeinsam aus einem Fenster schauten und zusammen schweigen konnten, ohne stumm zu sein, die Nacht unter der Buche oder ein Kaffee am Morgen.
Solche Momente halten einen auf, leb wohl zu sagen, weil man die Hand fest um das Schöne schließt, bis es schließlich zerdrückt wird. Dann bleibt einem gar nichts anderes mehr übrig, als sich umzudrehen und die Hand zu heben - ein letztes Mal.

Ich glaube, du fehlst mir heute nicht mehr. Es ist nur so, dass ich nicht verstehe, wie man einen Menschen vollkommen aus sich raus radieren kann, bis keine Spur mehr zu ihm zurückführt. Vielleicht ist das der vernünftigere Weg, aber nach all den Jahren erscheint es mir falsch. Du machst da weiter, wo du vorher aufgehört hast und vergisst, dass man so nicht weiterkommt. Wahrscheinlich ist es bloß ein neues Spiel und jeder, der nicht mitspielt, kann die Regeln nicht verstehen; doch während du noch fleißig radierst, sitze ich hin und wieder auf dem Balkon und lausche der Musik, die mich erinnert.

Lovely Jen h.ka

Wenn ich ein Mann wäre, könnte ich mich glatt in diese Frau verlieben :)

Bezaubernd!

Manchmal kommen sie wieder

Es gibt Frauen, die haben Probleme mit ihren Oberschenkeln, dann wiederum welche, die mit ihren Brüsten, dem Hintern oder ihren Füßen unzufrieden sind. Hin und wieder überkommt mich diese Welle auch, doch letztlich ist es nie so schlimm, weil mich schließlich selten jemand darauf aufmerksam macht (und wir wissen doch insgeheim alle, dass diese Problemchen nur halb so schlimm sind, wie wir es uns ausmalen).
Wie ich neulich berichtete, habe ich bei einem Blick in den Spiegel zufällig ein weißes Haar auf meinem Kopf entdeckt. Was solls, auch das nehme ich mit Humor!

Aber(!):
Heute war ich seit langem noch mal beim Friseur, um mir und meinen Haaren etwas Gutes zu tun. Die Dame schnitt fleißig und die Frisur gefiel mit jeder Minute besser - neuer Haarschnitt, neuer Mensch, frau kennt das ja. Doch kurz vor der Vollendung legte meine Friseurin einen erstaunten Gesichtsausdruck auf. Und was sagte sie?!

OH, DU HAST DA EIN GRAUES HAAR!

Und fügte wenig später etwas irritiert hinzu: Wie alt bist du denn eigentlich?
(25! immer noch)

Es scheint, als müsse ich mich damit abfinden, dass sich die kleinen Biester vermehren. Alle guten Dinge sind eben drei und solange es dabei bleibt, kann ich damit leben… denke ich. *legStirnskeptischinFalten*

Die Insel wird zu einem Zuhause

Als ich heute Morgen so am Strand entlang lief - kurz nach der Ein-Frau-Insel-Party - und mich vom Tanzen erschöpft in meine Hängematte legen wollte, traf mich etwas Hartes am Kopf. Zuerst dachte ich, es sei vielleicht eine Kokosnuss, aber nein, das wäre wohl wesentlich schmerzhafter gewesen. Verwundert schaute ich mich um und siehe da – ein Buch! Fein geschwungen stand dort mit grünen Buchstaben „Für Ada Mitsou“.
„Die Schrift kenne ich doch!“ dachte ich und tatsächlich, ein Blick Richtung Horizont verriet mir, dass auf der Nachbarinsel eine kleine Gestalt wild mit den Armen fuchtelte. Es war Fiwi, meine hoch geschätzte Nachbarin, zwar viele Meilen entfernt, aber doch immer da, wenn mir die Himmelsdecke mal auf den Kopf fiel. Nach einem kurzen Winken zurück, schlug ich neugierig das Buch auf:

Liebe Ada,
die Zeit für ein neues Stöckchen ist gekommen! Da Stöckchen auf Dauer jedoch etwas langweilig sind, schicke ich dir hiermit symbolisch ein Buch. Na, errätst du schon, worum es geht? Richtig! Nenne mir die fünf Bücher, die du in deinem kleinen roten Köfferchen auf die Insel mitgenommen hast. Anbei eine Liste meiner Lieblinge.
Herzlichst,
Deine Monfiwi

Hach, wie schön! Endlich kommen Papier und Stifte zum Einsatz! Bisher war das Leben auf dieser Insel nämlich - ehrlich gestanden - ein wenig eintönig, da hilft auch keine schöne Musik. Rasch erwachte ich aus meiner Partymüdigkeit und zückte das rote Köfferchen hervor. Zahnbürste, Klamotten, Briefe… ah, da sind sie ja! Hier also meine fünf Inselbücher:

1. Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort von Jostein Gaarder

Ich weiß, bis Weihnachten ist es noch lange hin, doch manchmal muss man ein wenig vorausschauen und da ich voraussichtlich auch in sechs Monaten noch hier festhänge, brauche ich also die passende Lektüre. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit lausche ich den Gesprächen zwischen der todkranken Cecilie und dem Engel Ariel, die sich gegenseitig ausfragen und gemeinsam auf das Weihnachtsfest warten. Dieses Buch trägt etwas Warmes in sich und schenkt mir immer ein wenig kindlichen Trost. Perfekt für ein besinnliches und leicht nachdenkliches Fest auf der Insel!

2. Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafon

Ich habe dieses Buch vor ein paar Jahren gelesen und erinnere mich daran, es verschlungen zu haben. In der Uni, im Bett, in jeder Minute, die ich übrig hatte. Allerdings erinnere ich mich heute nicht mehr genau an die Begegebenheiten darin. Das spricht nicht gegen das Buch, sondern ist bloß ein Zeichen meines Siebgedächtnisses. Auf der Insel könnte ich die Geschichte noch mal neu erleben und hätte wegen der fast 600 Seiten ein paar Tage Beschäftigung.

3. Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt von Haruki Murakami

In diesem Buch geht es u. a. um einen eingeschneiten Ort - eine ideale Sinnesverführung an zu heißen Inseltagen. Außerdem geht es um die Macht von Musik und um Erinnerungen. Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, war ich irgendwie nicht ganz bei der Sache. Trotzdem fand ich das Buch gut, doch es interessiert mich, wie ich es beim zweiten Mal mit mehr Aufmerksamkeit wahrnehme.

4. Sein wie keine andere von Ingeborg Gleichauf

Es handelt sich hierbei um eine Biographie von Simone de Beauvoir. Ich habe das Werk noch nicht gelesen, doch da sie eine meiner liebsten Schriftstellerinnen ist, interessiert mich natürlich auch ihr Leben brennend. Vielleicht wird sie auf der Insel eine Freundin werden oder jemand, der mir die Welt mit anderen, möglicherweise auch fremden Augen zeigt. Spannung, Philosophie und Bildung zugleich.

5. Stein und Flöte von Hans Bemmann

Stein und Flöte ist eine Art Märchen, das mir ein sehr guter Freund einmal zum Geburtstag geschenkt hat. Dieses Buch muss mit auf die Insel, weil zum einen eine Widmung darin steht, die mich an mein Leben jenseits der Insel erinnert und zum anderen eine Geschichte mit soviel Zuversicht und kleinen Weisheiten erzählt wird, wodurch mich der Optimismus niemals verlassen wird. Ich kann es an einem Stück lesen oder mir einzele Geschichten heraus picken. Abenteuer, Phantasie, Liebe und Familie - eben die Schwerpunkte, auf die es mir im Leben ankommt.

So, liebe Fiwi, meine Liste ist komplett und gleich wird dein Buch zu dir zurückfliegen. Zuvor schicke ich jedoch schnell eine kleine Flaschenpost auf die Reise. Darin steht in lindgrünen Lettern:

Wer diesen Brief findet, darf ihn behalten. Nenne mir die fünf Bücher, die du auf eine einsame Insel mitnehmen würdest. Sie müssen nicht deine Lieblinge sein und auch nicht neu, sondern einfach nur die Werke, die du gerne bei dir haben möchtest, wenn niemand anderes da ist…

Ada Mitsou

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